Fragen an Sebastian Prasser

Warum und wie lange bist du schon Biobauer?

Unser Familienbetrieb wird seit 1995 gemäß biologischen Richtlinien geführt. Der Hof ist für mich seit meiner Kindheit ein zentraler Lebensraum, an dem ich aufgewachsen bin und der meine Werte bis heute prägt. Die tägliche Arbeit mit Tieren, Boden und Natur hat meine enge Verbundenheit zur Landwirtschaft früh entstehen lassen. Der Weg der biologischen Bewirtschaftung entspricht unseren persönlichen Überzeugungen und unserer Verantwortung gegenüber Umwelt, Boden und Tieren.

Beschreib uns deinen Betrieb, seit wann hast du Bioschweine?

Unser Betrieb umfasst Mutterkuhhaltung, Ackerbau, Grünland und Forstwirtschaft. 2020 haben wir die biologische Schweinemast als weiteren Betriebszweig aufgenommen und einen Offenfront-Bio-Schweinemaststall mit 300 Mastplätzen errichtet. Die Bauweise bietet viel Tageslicht, Frischluft und Bewegungsfreiheit. Durch die moderne Fütterung können die Tiere optimal versorgt werden.

Warum bist du im Vorstand von der EZG Bioschwein Austria, was macht dir daran Freude?

Seit Beginn unserer Bioschweinemast vermarkten wir unsere Tiere über die EZG Bioschwein Austria, die für Transparenz, faire Partnerschaft und eine klare biologische Ausrichtung steht. Die zuverlässige und lösungsorientierte Zusammenarbeit ist für uns als Biobetrieb von großer Bedeutung. Die Werte der EZG – insbesondere Tierwohl, Nachhaltigkeit und eine stabile Bio-Wertschöpfungskette – entsprechen voll und ganz meiner Überzeugung. Seit Dezember 2025 darf ich Kärnten im Vorstand der EZG vertreten und sehe diese Aufgabe als Chance, mich aktiv für die Weiterentwicklung der biologischen Schweinebranche einzusetzen.

Welche Visionen hast du für den Biolandbau, für die Bioschweinehaltung?

Ich bin überzeugt, dass Biolandbau und biologische Tierhaltung in Österreich zukünftig eine zentrale Rolle spielen werden. In einem kleinstrukturierten Land liegt unsere Stärke nicht in der Masse, sondern in der hochwertigen und tiergerechten Produktion. Der biologische Landbau leistet wichtige Beiträge zu Boden- und Klimaschutz, Artenvielfalt und regionaler Wertschöpfung. Gleichzeitig ist es entscheidend, Konsumentinnen und Konsumenten für den Mehrwert biologischer Lebensmittel zu sensibilisieren, damit nachhaltige Produktion auch wirtschaftlich getragen wird. Für mich liegt die Zukunft der heimischen Landwirtschaft in einer klaren biologischen Ausrichtung, transparenter Kommunikation und einer starken Bio-Gemeinschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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