Kranke Hasen erhöhen Brucellose-Gefahr bei Schweinen

Im Weinviertel (NÖ) fallen derzeit besonders viele Feldhasen der Myxomatose zum Opfer. Das ist zwar eine reine Hasenkrankheit, doch mit fehlendem Fluchtverhalten der Hasen und Kaninchen und der Vielzahl an Kadavern steigt das Übertragungsrisiko auch für Schweinebrucellose. Denn Feldhasen können das Bakterium Brucella suis in sich tragen. Wildschweine als Allesfresser freuen sich auch über Aas und sind ebenfalls Brucellose-Überträger.

Brucellose ist eine meldepflichtige Krankheit, sobald sie im Betrieb erkannt wird. Hunde können sich ebenfalls an (verendeten) Feldhasen anstecken und die Krankheitserreger so in den Betrieb bringen. Tritt die Erkrankung in einem Hausschweinebestand auf, muss der betroffene Bestand in der Regel gekeult werden. Denn Brucellose kann auf den Menschen übertragen werden, gilt also als Zoonose.

Was tun?

Vor allem derzeit im Weinviertel, aber natürlich auch in allen anderen Regionen Österreichs, sollten die Biosicherheitsmaßnahmen ernst genommen werden! Was heißt das konkret:

  • Kontakt von Wildschweinen (=Allesfresser!) zu deinen Schweinen sicher verhindern. Zäune dicht halten!
  • Beim Verfüttern von frischem Grünfutter ist derzeit Vorsicht geboten! Findest du tote Feldhasen in der Nähe der Grünflächen, verfüttere kein Grünfutter! Heu und Silage sind unbedenklich, da es sich um ein Bakterium handelt und Bakterien durch Trockenheit oder Säure absterben.
  • Der (Jagd-)Hund hat im Stall nichts verloren. Er kann ebenfalls an Brucellose erkranken und auch daran sterben.
  • Kleidung, die bei der Waldarbeit oder der Jagd getragen wurde, nur gut gewaschen bei der Arbeit mit Tieren oder Futtermitteln verwenden.
  • Stiefel oder Arbeitsschuhe, die außerhalb des Stalls verwendet werden, bleiben auch dort! Nämlich außerhalb.

Alle schweinehaltenden Betriebe in den Bezirken Tulln, Gänserndorf, Mistelbach, Korneuburg und Hollabrunn haben ein Schreiben der Behörde mit ähnlichem Inhalt bekommen. Alle anderen denken daran, dass eine amtlich angeordnete Tötung wegen einer anzeigepflichtigen Seuche im Bestand nicht nur teuer werden kann, sondern auch unglaublich traurig und schrecklich ist.

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